Einmal kreativ bitte!

Einmal kreativ bitte! Die Bildung für nachhaltige Entwicklung (Education au Développement) fordert genau das von einem,  Kreativität. Mit einer Prise Flexibilität und pädagogischem Wissen kann gar nichts schief gehen meint man. Eigentlich nicht, doch jede Klasse hat so seine Eigenheiten. Manchmal sind  sie ganz schüchtern und trauen sich anfangs gar nicht auf die Fragen zu Antworten. Andere sprühen von Energie und reden wild durcheinander, dass man sie etwas bremsen muss.  Während zwei Monaten war ich im Praktikum bei der Fondation Follereau Luxembourg und konnte der Beauftragten für nachhaltige Entwicklung, Tina Bock, über die Schulter schauen und sogar selbst aktiv werden.

Auch für mich hieß es während meines Praktikums „einmal kreativ bitte“: Spiele erfinden, Geschichten schreiben, Workshops planen… Es standen drei verschiedene Workshops in einer Maison Relais an, für die sollten die Aktivität weniger schulisch sein. Schließlich kamen sie gerade erst aus der Schule und hatten sich auf einen kurzen Schultag gefreut. Nun ging es darum eine Aktivität zu planen. Nach etwas Knobelei war die Idee mit den Kinder den Alltag von Evie, einem afrikanischen Mädchen aus dem Burkina Faso, zu begleiten. Zur visuellen Unterstützung malten wir große Plakate anhand dessen wir Evies Geschichte erzählen konnten. Zwischendurch gab es themenbezogene Spiele und nachfolgende Diskussionen, um ihnen das Thema näher zu bringen.

Elisabeth

Elisabeth (rechts im Bild) und Tina bei der Einweihung der Ausstellung im LTMA.

Im allgemeinen gibt es verschiedene Workshops die die Fondation Follereau an Schulen und Maison Relais anbietet. Sie werden dem Alter der Kinder angepasst. Die Workshops verlaufen stets nach dem gleichen Schema. Zu Beginn wird das Thema im allgemeinen erarbeitet. Zum Beispiel wie sieht der Alltag eines Kindes hier in Europa aus. Dann folgt der Übergang zu Afrika und dem Unterschieden und den Problemen. Am Schluss werden Projekte der FFL vorgestellt. Die Aktivitäten sind sehr interaktiv und die Meinungen und Ideen der Kinder sind gefragt. Die themenbezogene Spielen runden die Aktivität ab.   So wird während des  Workshop mit dem Slogan „ Im Teufelskreis der Armutskrankheit“ u. a. die Thematik der Behinderung behandelt. Hierzu gehört eine Spiel in dem die Kinder in kleinen Gruppen ein Ei so verpacken sollen, dass es nicht bricht wenn es vom Stuhl fällt. Die Schwierigkeit besteht darin dass jeder in der Gruppe eine Behinderung hat, sei es nicht sehen oder sprechen, oder die Arme und Hände nicht bewegen zu können. Durch das Spiel können sie besser verstehen was es bedeutet eine Behinderung zu haben und können sich anschließend besser vorstellen wie es Menschen in ärmeren Ländern ergeht die körperliche Einschränkungen haben.

Beim Entwickeln und Vorbereiten der Spiele füllte ich mich teilweise in meine Kindheit zurückversetzt und erfreute mich daran meine Kreativität auszuleben. Ich konnte es kaum erwarten zu sehen ob es den Kinder gefiel. Den geplanten Workshop dann in den Klassen abzuhalten war dann doch etwas anderes. Die Aussagen der Kinder so aufzugreifen und die Fragen so zustellen dass man zum „Ziel“ kommt erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und Übung.

 

Elisabeth Schmit, Praktikantin bei der Fondation Follereau (April bis Mai 2016)