Ein Hoch auf Mütter in guter Gesundheit

« Schönen Muttertag, Mama ! » Dieser Satz ist aus dem Mund von Groß und Klein einer der Schönsten im Jahr. Dennoch ist es Mädchen und Jungen in vielen Entwicklungsländern immer noch verwehrt ihre Mutter zu feiern, weil diese bei der Geburt verstorben ist. Eine Tragödie, die niemals hätte passieren dürfen, wenn man weiß dass 99% der Sterbefälle von Müttern während oder nach der Geburt hätten verhindert werden können.

„Als ich von meiner Schwangerschaft erfuhr, habe ich geweint, die ganze Nacht geweint und ich habe mir gesagt ich werde sterben.“ vertraut uns Minata an. „Während meiner letzten Schwangerschaft, war es nicht wie sonst, ich spürte dass etwas nicht so war wie sonst. Ich habe meinen Mann gebeten in ein Gesundheitszentrum zu fahren, er meinte aber dass das Gesundheitszentrum zu weit weg sei und er nicht mit mir hingehen möchte mitten in der Nacht.“ Glücklicherweise konnte Minata am nächsten Tag ins Gesundheitszentrum gehen und ihr Kind ist gesund und munter zur Welt gekommen. Das gleiche Szenario hätte aber auch böse enden können. Im Burkina Faso, trägt die Fondation Follereau  zusammen mit ihrem lokalen Partner (AAB-FFL) und dem Gesundheitsministerium dazu bei die Gesundheitsversorgung zu verbessern und so Frauen in abgelegenen Regionen medizinische Hilfe bieten zu können. Dank dem Bau von neuen Gesundheitszentren in isolierten Regionen, wird den Frauen ermöglicht prä- und postnatale Beratungen zu bekommen und in sicheren Umständen zu gebären mit Unterstützung qualifizierter Hebammen. Diese Etappen, die fast wie eine Selbstverständlichkeit klingen, sind für Frauen in ländlichen Regionen ein regelrechter Hindernisparcours. Dank dem neuen Gesundheitszentrum in Bilguimdourè, haben Schwangere jetzt einen leichteren Zugang zu einer Entbindungsstation. So werden sie während ihrer ganzen Schwangerschaft begleitet, durch vier pränatale Untersuchungen und können in einem sicheren Umfeld entbinden. Das Personal begleitet die Mütter auch noch nach der Geburt und verfolgt die Entwicklung der Säuglinge. In schwierigeren Fällen, wo ein ärztlicher oder chirurgischer Eingriff benötigt wird, werden die Frauen in das nächstgelegene Referenzzentrum gebracht.

Der Zugang zu Infrastrukturen und Dienstleistungen muss auch von einer Veränderung im Verhalten und in den Gewohnheiten begleitet werden. In der Tat, angesichts fehlender Alternativen, hat sich die Dorfgemeinschaft meist auf traditionelle Heilpraktiken verlassen bei Krankheit oder Schwierigkeiten während der Schwangerschaft. Die Zusammenarbeit mit den traditionellen Heilern und den religiösen oder gesellschaftlichen Leadern ist somit unentbehrlich um das Beste sowohl aus der modernen Medizin als auch aus den traditionellen Praktiken zu ziehen. Um die lokale Bevölkerung dazu zu bewegen rechtzeitig ein Gesundheitszentrum aufzusuchen, werden Sensibilisierungskampagnen realisiert, auch um Frauen und ihren Familien zu vermitteln dass eine Schwangerschaft keine Krankheit ist, medizinische Kontrolle während dieser Zeit jedoch manchmal Leben retten kann. Als weiterführende Strategie werden Informationskampagnen und verschiedene medizinische Leistungen (etwa Impfungen oder Screenings) von qualifiziertem Personal direkt in den Dörfern durchgeführt. Dadurch konnte die Anzahl der Besuche in den Gesundheitszentren der Fondation Follereau deutlich gehoben werden. So standen zum Beispiel im abgelegenen Dorf Ahozonnoudé im Benin traditionelle Praktiken und Werte im Vordergrund. Als das Entbindungshaus 2014 von der Fondation Follereau gebaut wurde, bestand weiterhin ein gewisses Misstrauen der Bevölkerung, und die Hebamme hatte viel Mühe Frauen für Untersuchungen in die Geburtsklinik zu bewegen. Seitdem wurden viele Sensibilisierungskampagnen in den umliegenden Dörfern durchgeführt, durch die eine richtige Vertrauensbindung zwischen der Hebamme und der Bevölkerung aufgebaut werden konnte. Jetzt kommen immer mehr Frauen in das Zentrum, welches seine Aktivitäten mit einer Apotheke und einem Ultraschallgerät ausgeweitet hat.

Mammendag