61. Weltlepratag: Hilfe für Madagaskar

Lepra konnte als Infektionskrankheit in den letzten Jahrzehnten erfolgreich bekämpft werden. Doch in Westafrika und auf Madagaskar gibt es aufgrund mangelnder Hygiene, Hunger und Armut jährlich neue Erkrankungen. Auch leben dort viele Menschen, die zwar geheilt, aber stark von der Lepra und ihren Folgen gezeichnet sind. Geheilte Leprakranke werden von der Gesellschaft ausgestoßen, sie überleben meist nur durch Betteln. Die Fondation Follereau Luxembourg (FFL) unterstützt weiterhin Hilfsprogramme, die Erkrankte nicht nur heilen, sondern ihnen auch eine berufliche Perspektive und ein selbstbestimmtes Leben durch Fort- und Ausbildungsprogramme ermöglichen sollen.

Madagaskar: Lepra breitet sich als Armutskrankheit weiter aus

Seit 1991 unterstützt die Fondation Follereau Luxembourg (FFL) Hilfsprojekte auf der Insel Madagaskar, in Zusammenarbeit mit der lokalen ONG Akanin’ny Marary werden hier vor allem Lepra und Tuberkulose bekämpft sowie körperlich behinderten Menschen geholfen.

Die beiden FFL-Mitarbeiterinnen beim Besuch eines Gesundheitszentrums auf Madagaskar, Foto: T.Winn/FFL

In diesen 22 Jahren hat sich nicht nur in der Entwicklungshilfe, sondern auch auf der Insel im Indischen Ozean sehr viel getan. Seit dem Staatsputsch 2009 haben sich die wirtschaftliche Lage und damit auch die medizinische Versorgung des Landes verschlechtert. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in großer Armut von etwa einem Dollar pro Tag und die meisten Menschen wohnen in ländlichen Gegenden, die gerade in den Regenzeiten nur schwer zu erreichen sind, da sie von der Außenwelt abgeschnitten werden. Lepra ist hier als typische Armutskrankheit weit verbreitet: Die Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organisation) meldete 2012, dass Madagaskar an 6. Stelle aller Lepraerkrankungen in Afrika steht, bei einer Einwohnerzahl von mehr als 22,29 Millionen Menschen wurden 1474 neue Fälle registriert.

Eindrücke vom Leben der Kranken vor Ort

Im Frühjahr 2013 sind zwei Mitarbeiterinnen der FFL, Megan Hurst und Violaine Alves, nach Madagaskar gereist, um sich vor Ort ein eigenes Bild von den Verhältnissen zu machen. “Auf unserer Reise sind wir überall sehr herzlich aufgenommen worden. Wir haben die Mitarbeiter von Akanin’ny Marary getroffen und waren mit ihnen unterwegs in den Regionen Amoron’i Mania und Mananjary, um zu sehen, wie vor Ort geholfen wird”, berichtet Megan Hurst. “Wir sind viel unterwegs gewesen und konnten uns ein sehr gutes Bild von den FFL-Projekten machen. In Ambositra haben wir etwa ein Gesundheitszentrum besucht, hier werden Menschen mit Lepra und Tuberkulose aufgenommen und versorgt. Außerdem werden mit ganz einfachen Mitteln Schuhe und Prothesen für körperlich behinderte Menschen hergestellt. Gerade Leprakranke brauchen diese Prothesen dringend, da viele von ihnen durch die Folgen der Krankheit Gliedmaßen verloren haben. Der verantwortliche Koordinator, der uns stolz seine Werkstatt gezeigt hat, könnte selbst ohne Prothesen nicht laufen. Wir konnten hier wirklich sehen, dass unsere Hilfe dringend gebraucht wird und bei den Menschen ankommt.” Ein großes Problem ist auch die immer noch präsente Gefahr der Ansteckung mit Lepra. Hier ist die gefährliche Infektionskrankheit noch weit verbreitet.

In dieser Werkstatt werden die Prothesen angefertigt, Foto: T. Winn/FFL

Insgesamt besuchten die beiden FFL-Mitarbeiterinnen sieben Gesundheitszentren, in denen auch Leprakranke aufgenommen und behandelt werden. Selbst wenn viele ehemalige Leprakranke heute geheilt sind, bleiben sie doch durch ihre körperlichen Behinderungen von der Gesellschaft ausgeschlossen, oft werden sie auch von ihrer Familie verstoβen. “Eine Frau hat uns erzählt, dass niemand seit der Diagnose mehr mit ihr Kontakt haben wollte. Ein anderer Leprakranker ist fast 100 Kilometer zu Fuβ gelaufen, um uns zu treffen, weil niemand ihn aus Angst vor Ansteckung mitnehmen wollte.” erzählt Violaine Alves. Gemeinsam ist allen diesen Menschen die Angst dauerhaft von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden und ohne Einkommen als Bettler zu enden. Akanin’ny Marary kümmert sich um die Betroffenen und bietet ihnen beispielsweise durch eine landwirtschaftliche Ausbildung die Möglichkeit, ein eigenes Einkommen für sich und ihre Familien zu erwirtschaften.

Hier lesen Sie noch mehr darüber:

http://www.ffl.lu/nos-projets/amelioration-de-la-sante-publique/aide-aux-lepreux-a-ambositra-madagascar/

http://www.ffl.lu/contact/61-weltlepratag-am-26-januar-2014/

http://www.ffl.lu/contact/61-weltlepratag-am-26-januar-2014/61-weltlepratag-interview-mit-dem-direktor-der-ffl/

Helfen Sie uns diese Menschen aus der Armut zu befreien, ihnen eine berufliche Perspektive zu geben und sie so wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende auf das Konto der Fondation Follereau Luxembourg CCPL IBAN LU15 1111 0000 7878 0000 mit dem Hinweis: 61. Weltlepratag.