
Diese Organisation wurde im März 1989 von einer Gruppe junger, gebildeter Frauen gegründet, die es sich zum Ziel setzten, eine Verbesserung der sozio-ökonomischen Bedingungen von Frauen und Kindern (und damit der ganzen Gemeinschaft) herbeizuführen. Die Prognose der meisten Männer, wie lange die Frauen es schaffen würden, belief sich damals auf etwa ein Jahr.
Mittlerweile sind fast 21 Jahre vergangen, die Frauen sind nicht mehr ganz so jung, aber wahrscheinlich noch ein Stückchen gebildeter, und sie arbeiten noch immer zusammen in der COFESFA. Jeder, der jemals eine Gruppe kichernder europäischer Mädchen als gackernde Hühner bezeichnet hat, war definitiv noch nie dabei wenn ein Haufen afrikanische Frauen die sich seit über 20 Jahren kennen mal so richtig loslegen...
Die Projekte der COFESFA kann man in zwei Flügel unterteilen:
- Der erste Flügel ist der ökonomische Flügel, mit dem die Frauen vor 20 Jahren angefangen haben. Dazu gehören Müllabfuhr, Büroreinigung, Bereitstellung und Unterhalt von öffentlichen Toiletten und ähnliches. Damit erreicht die COFESFA sowohl eine Schaffung von Arbeitsplätzen als auch eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Bamako. Leider gibt es auch viele Schwierigkeiten, so gibt es z.B. in oder um Bamako keine offizielle Müllhalde: der Abfall muss einfach irgendwohin gekippt werden.
- Der zweite Flügel der COFESFA ist der soziale Flügel, also die Entwicklung und Betreuung von Hilfsprojekten. Neben Projekten u.a. zur Bekämpfung von HIV/AIDS gibt es auch ein Projekt zur sozialen und ökonomischen Förderung von dörflichen Gemeinschaften, an dem ich in Zukunft mitarbeiten werde. Dieses Projekt wurde in zusammen mit der FFL (Fondation luxembourgeoise Raoul Follereau ) erarbeitet und soll schon existierende Frauengemeinschaften in verschiedenen Dörfern um Bamako unterstützen und begleiten. Dies bedeutet unter anderem, dass die Frauen ausgebildet werden (Lesen, Schreiben, Hygiene und Gesundheit, Betreuung von Mikroprojekten, etc), dass ihnen Geld für Mikrokredite zur Verfügung gestellt wird, dass ihnen bei der Betreuung von Mikroprojekten (Getreidemühle, Gemüseanbau, Brunnen, ...) geholfen wird und in manchen Dörfern auch, dass Schulen oder Gesundheitszentren neu gebaut oder besser ausgestattet werden. Das Ganze soll die Arbeit der Frau erleichtern, ihre Position in der Gesellschaft stärken und die Lebensbedingungen der Dorfgemeinschaft verbessern. Schlussendlich sollen die Mikroprojekte irgendwann volle Autonomie erlangen.
Die FFL und die COFESFA arbeiten mittlerweile schon 10 Jahre an solchen oder ähnlichen Projekten zusammen, und momentan lese ich mich einmal quer durch alle Projektplanungen. In Zukunft soll ich dann auch mit in die Dörfer fahren, aber dazu mehr wenn es so weit ist.
Anne



