Am Donnerstag und am Freitag letzte Woche haben wir drei Dörfer, die am Projekt teilnehmen, besichtigt.
Am Donnerstag waren wir in Badougou Djoliba, wo gerade ein Auffrischungskurs in Alphabetisierung läuft. Die Frauen aus den umliegenden Dörfern kommen jeden Tag zu Fuss (manchmal bis zu 13 km in eine Richtung) nach Badougou Djoliba, um dann dort 5 Stunden lang zu lernen, bevor sie wieder nach Hause laufen und kochen, abwaschen, putzen, Kinder erziehen etc. Viele haben Kleinkinder dabei, die während des Unterrichts gefüttert oder beruhigt werden müssen. Bevor ihre Dörfer 2006 in das Projekt integriert wurden, haben sie keine Schulbildung bekommen, seitdem werden sie in Alphabetisierung, Organisation/Administration, Gesundheit, Ernährung etc ausgebildet.

Am Freitag waren wir in Samanko Postcure und Samanko 2, zwei Dörfer die von Raoul Follereau France gebaut wurden um Leprakranke aufzunehmen, die in Bamako diskriminiert wurden. In Samanko Postcure haben wir die Schule besichtigt, da der Rektor eine Anfrage für neue Schulbänke geschickt hat. Dort sitzen vier bis fünf Kinder in einer Bank, die für zwei gedacht ist. Auf 269 Schüler kommen 6 Lehrer, aber die Kinder sind gut erzogen: wenn man in die Klasse reinkommt, springen alle auf und schreien "Bonjour Madame!" und setzen sich erst wieder wenn sie die Erlaubnis dazu bekommen. Natürlich war die Aufregung bei den Kindern ziemlich gross, eine Toubabou sieht man hier wohl nicht so oft.

In Samanko 2 haben wir an einer Démonstration Nutritionnelle teilgenommen. Ein Animateur der COFESFA trifft sich mit einer Frauengruppe auf dem Dorf und spricht mit ihnen über verschiedene Nahrungsgruppen und wie man Mangelernährung bekämpfen kann. Die Frauen kochen dann zusammen eine Bouillie, die alle wichtigen Nahrungsgruppen enthält. Jede bezahlt ein paar Cent für ihren Teller, und mit dem Geld wird dann die nächste Démonstration nutritionnelle bezahlt. Diese Demonstrationen sind sehr beliebt bei der Bevölkerung und werden schon seit 10 Jahren von der COFESFA durchgeführt.

Da wir schon mal da waren, haben wir uns auch noch die anderen von der FFL finanzierten Teile des Projekts angesehen: den Brunnen im Gemüsegarten, die Mühle, die Getreidebank und den Trinkwasserbrunnen (auf dem Foto bedient von Fatim, der Verantwortlichen des Projekts).
Auch wenn wir bisher immer nur einen halben Tag auf dem Dorf verbracht haben, war ich danach jedesmal kaputt: die Sonne, der Staub, die vielen Eindrücke... Morgen geht's weiter, ich glaube ich werde noch viel sehen in den nächsten Wochen und Monaten...
Anne