ANNE@COFESFA...

Meine Arbeit bei der COFESFA besteht aus drei Teilen.

Der erste Teil ist das Erstellen einer Zusammenfassung der 10jährigen Zusammenarbeit der FFL mit der COFESFA. Aus dieser Zusammenfassung soll ein kleine Büchlein werden, das die COFESFA als eine Art Werbung anderen potentiellen Finanzpartnern mitgeben kann. Dafür habe ich mich durch alle Projektvorschläge, Berichte und Evaluierungen der letzten 10 Jahre gelesen und mir unheimlich viele Fotos (mit jedesmal der dazu passenden Geschichte) zeigen lassen, und das Ganze schon mal ein bisschen zusammengefasst. Ausserdem habe ich eine kleine Recherche zur luxemburgischen Entwicklungshilfe und zu den Problemen Afrikas (oder Westafrikas) im Allgemeinen und Malis im Besonderen durchgeführt, da wir eine entsprechende Einleitung schreiben wollen. Mittlerweile ist die Einleitung ziemlich lang geworden und ich ein kleiner Experte, da die Recherche sehr interessant war. Ich muss glaub ich ein bisschen was streichen... und aufpassen dass ich nicht nur noch mit Prozentzahlen um mich werfe. Damit dieses ganze Büchlein nicht zu trocken und zahlenüberlastet wird, sollen viele Fotos reinkommen, und Interviews sowohl mit den direkt (Frauen) als auch den indirekt (Männer und Kinder) Betroffenen des Projekts, und mit den Leuten die im Projekt arbeiten (z.B. die Animateure). Da wir in den letzten Wochen schon einige Dörfer besucht haben, konnte ich auch schon ein bisschen Material sammeln. Ein Teil dieser Besichtigungen diente mir jedoch auch erstmal dazu, mich etwas im Projekt einzufinden, und von der theoretischen zur praktischen Betrachtungsweise überzugehen.
Der zweite Teil ist meiner Arbeit ist der Betreuung des laufenden Projekts. Da werden alle Frauengruppen besucht, sowohl die die Mikrokredite bekommen haben als auch die, die Brunnen, Schulen oder Getreidemühlen verwalten, um zu sehen wie sie vorankommen, wo es welche Probleme gibt und wie die geleistete Hilfe sich im Allgemeinen auf die Dorfgemeinschaft auswirkt, also ob das Ziel einer Verbesserung der sozialen Struktur erreicht wurde. Damit geht’s offiziell nächste Woche richtig los, obwohl wir auch in den letzten Wochen schon einige Kurse und Gruppen besucht haben.

Der dritte Teil ist schlussendlich das Planen des nächsten Projekts, da dieses hier dieses Jahr ausläuft. Natürlich kann ich kein Projekt planen, da mir dafür das Wissen und die Erfahrung fehlen. Ich bin jedoch einige Monate vor Ort und kann hoffentlich durch Beobachtung und Gespräche mit den Beteiligten ein bisschen sehen welche Teile des Projekts gut gelaufen sind und beibehalten werden sollen, und welche Teile vielleicht geändert oder verbessert werden müssen. Ausserdem kann ein frischer Blick ja auch nicht schaden :).
Meine Arbeitstage laufen also nach zwei verschiedenen Mustern ab. Das eine ist Büroalltag, nur auf malisch. Das heisst, hoffen dass der Strom nicht ausfällt, und wenn doch, dass er zurück kommt bevor meine Laptop-Batterie stirbt, was leider nicht immer gegeben ist. Der Strom kann auch mal den ganzen Tag über weg sein, was eher suboptimal ist, da nur zwei von uns einen Laptop besitzen. Ich will gar nicht wissen wie viele Daten in Bamako verloren gehen oder dreimal eingetragen werden müssen, weil zwischendurch immer wieder der Strom und damit sämtliche Computer ausfallen. Natürlich gibt’s bei Stromausfall auch keine Klimaanlage und keine Ventilatoren, so dass nach einer gewissen Zeit das Arbeiten etwas langsamer voran geht, da die Büros um die Mittagszeit schön heiss werden. Wir würden zwar gerne die Fensterläden und Türen schliessen, damit es kühl bleibt, aber da wir kein Licht haben, wird es dann schwierig weiterzuarbeiten... Dinge, die man zuhause nicht so oft abwägen muss :). Gottseidank gibt’s bald einen neuen Generator, dann sind zumindest die PC’s vor Stromausfällen sicher.

Das Ganze sieht natürlich anders aus, wenn wir raus auf die Dörfer fahren. Dann geht’s morgens ein bisschen früher los (um 8 statt um halb 9, nicht wirklich früh), damit wir spätestens gegen 10 da sind und gegen Mittag wieder fahren können und so der grössten Hitze entgehen. Das klappt natürlich nicht wirklich. Erstens ist es in Gebäuden mit Wellblechdächern auch um 11 schon sehr, sehr heiss. Zweitens funktionniert die Klimaanlage im Auto nicht wenn es zu heiss ist (?), so dass wir mit heruntergekurbelten Fenstern fahren müssen um zumindest den Fahrtwind zu geniessen und von einer braunen Staubschicht bedeckt werden. Bis jetzt war das aber noch ganz in Ordnung, da wir nur halbe Tage rausgefahren sind, und immer zwischen 1 und 2 wieder im Büro angekommen sind und den Rest des Tages klimatisiert arbeiten konnten. An solchen Tagen muss man daran denken gut zu frühstücken (man weiss nie wann man zurück ist und was zu essen bekommt) und genügend Wasser einzupacken, da es nicht in jedem Dorf Trinkwasser gibt (und auch das für europäische Mägen nicht so geeignet ist). Auch Taschentücher sind immer nützlich, zum Händesäubern oder als Mundschutz, wenn wir mit heruntergelassenem Fenster über die wahrscheinlich staubigsten und knubbeligsten Strassen der Welt brettern. Nach solchen Tagen draussen schläft man auf jedenfall abends schnell ein.

Übrigens, während ich das hier schreibe hat es draussen angefangen zu regnen, das erste Mal in 6 Wochen! Leider sind alle Türen des Hauses schon zugesperrt und ich würde alle wecken wenn ich die Riegel öffnen würde, sonst würde ich schon längst draussen im Regen stehen und das Gefühl geniessen...

Anne
 

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