Journée mondiale de la lutte contre la lèpre...

Am 14. März wurde in Mali, mit etwas Verspätung, der Tag des Kampfes gegen die Lepra gefeiert. Unter dem Motto „Lepra ist eine Krankheit wie alle anderen. Sie lässt sich heilen und ihre Behandlung ist umsonst“  wurde in Bamako gross gefeiert, mit Vertretern verschiedener Ministerien und sowohl der malischen als auch der französischen Fondation Follereau.

Die COFESFA feiert diesen Tag jedoch jedes Jahr in Samanko Postcure, zusammen mit den ehemals Leprakranken die dort wohnen, und den Bewohnern der umliegenden Dörfer. Wir haben also Sonntag morgen unsere speziell für diesen Tag angefertigten Kleider angezogen (mit dem Logo der Union malienne Raoul Follereau) und sind nach Samanko Postcure gefahren.

Nachdem die Dorf-Chefs von Samanko Postcure und Samanko Bas, die Verwantwortlichen der COFESFA und die Vorsitzende der Frauenvereinigung von Samanko Postcure alle Anwesenden begrüsst haben, ging es erst mal mit ein bisschen Animation los. Für den Tag waren eigens drei TamTam-Spieler angeheuert worden, die von den Frauen des Dorfes mit traditionnellen Instrumenten und Gesang unterstützt wurden. Nachdem die anwesenden Frauen (COFESFAs eingeschlossen) ein paar Runden getanzt hatten, ging der ernste Teil der Veranstaltung los.

Ein Conférencier hat zuerst die Krankheit vorgestellt und ist dabei vor allem auf die ersten Anzeichen von Lepra eingegangen, dazu wurden Fotos gezeigt. Er hat die Leute aufgefordert beim ersten Anzeichen von weissen oder sonstigen Flecken auf dem Körper in ein Centre de Dépistage zu begeben, um sich dort untersuchen zu lassen. Es wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass man die Behandlung, die in Mali nichts kostet, bis zum Ende durchführen muss um komplett geheilt zu sein und keine bleibenden Schäden davon zu tragen.

Ein grosses Problem ist noch immer die Integration der Leprakranken und der durch Lepra Behinderten in der Gesellschaft. Obwohl auf diesem Gebiet schon grosse Fortschritte gemacht wurden seit in den Siebziger Jahren Samanko Postcure als Rückzugsort für in Bamako verschmähte Leprakranke gebaut wurde, werden noch immer Leprakranke von ihren Familien verstossen oder als minderwertig behandelt. Der Conférencier hat deutlich gemacht, dass viele Leprakranke sich selbst als minderwertig und anders ansehen, und deswegen nicht damit rechnen können, von anderen als gleichwertig betrachtet zu werden. Man sollte also zuerst selbst akzeptieren dass Lepra eine ganz normale Krankheit ist, und dann erst diese Akzeptanz von anderen erwarten.

Daraufhin sind spontan einige frühere Leprakranke aufgestanden und haben von ihrem Kampf gegen die Krankheit, ihrer Behandlung und ihrem Leben mit einer Behinderung gesprochen. Die Leute waren sehr interessiert an allem was gesagt wurde und haben viele Fragen gestellt, so dass das Ziel der Veranstaltung erreicht wurde.

Anschliessend mussten die Kinder einige Fragen zur Lepra beantworten. Für jede richtige Antwort durften sie dann fünf Minuten auf ein Lied ihrer Wahl tanzen. Und die Malier haben den Rhythmus im Blut, selbst Dreijährige schwingen hier besser die Hüften als die meisten Europäer. Anschliessend haben alle Anwesenden gemeinsam gegessen, und dann sind wir nach Bamako zurückgekehrt, während die Dorfbevölkerung weiter gefeiert hat.

 

IBAN LU15 1111 0000 7878 0000 CCPLLULL
IBAN LU38 0019 1100 2081 3000 BCEELULL
151, avenue du X Septembre L-2551 Luxembourg // Téléphone: 44 66 06-1 // Fax: 45 96 53 // info@ffl.lu