Road Trip...

Da wir Bamako eh verlassen mussten um nach Ségou zu fahren, ergab sich eine perfekte Gelegenheit auch noch ein bisschen den Rest des Landes zu erkunden. Mali ist jedoch ein unglaublich grosses Land (ungefähr die Fläche von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Holland und Belgien), und wir hatten nur 24 Stunden Zeit, so dass wir uns auf den Ségou am nächsten liegenden (also nur 400 km weit entfernten) Teil beschränkt haben.
Schon die Fahrt dort hin war interessant. Die malische Landschaft wird von Buschland dominiert, also endlose Weiten, bedeckt mit Büschen und vereinzelten Bäumen. Da wir in der Trockenzeit gereist sind, ist die vorherrschende Farbe braun, und trotzdem ist es wunderschön. Interessant war auch, wie unser Fahrer es fertig gebracht hat, über malische Landstrassen mit 170 km/h zu brettern ohne einen Radfahrer oder Eselskarren zu beschädigen..
Zuerst sind wir in’s Pays dogon, das Land der Dogon, gefahren. Das kulturelle Zentrum dieser Region, Sangha, liegt auf dem Plateau des Felsmassivs von Bandiagara, einer 170 km langen Felsenkette. Obwohl wir nur eine beschränkte Sicht hatten (wegen des Staubes), war der Blick atemberaubend.
Sowohl auf dem Plateau, als auch am Fuss des Felsens findet man Dogon-Dörfer, und in der Felswand existieren noch ältere Siedlungen. Das Pays dogon ist die berühmteste Touristenattraktion Malis, aber trotzdem leben die Leute noch sehr traditionnell und hängen teilweise noch dem animistischen Glauben an. Leider hatten wir nicht viel Zeit, in dieser Region kann man auch gerne zwei Wochen verbringen ohne sich zu langweilen.
Danach haben wir einen kurzen Abstecher nach Mopti gemacht, das malische Venedig. In der Regenzeit ist die Stadt von Wasser umgeben und nur über eine Art Deich zu erreichen. Jetzt in der Trockenzeit erstrecken sich die Reisfelder in jede Richtung so weit das Auge reicht.
Da Mopti eine Fischerstadt ist, haben wir uns einen Capitaine schmecken lassen und sind dann weitergefahren nach Djenné.
Djenné ist die schönste Stadt Malis, und seine Architektur gehört ebenfalls zu den UNESCO-Welterben. Sogar in der Trockenzeit muss man die Fähre nehmen um Djenné zu erreichen, aber die Überfahrt hat insgesamt nur 5 Minuten gedauert.

Die gesamte Altstadt besteht aus Lehmbauten und engen Gassen in denen Kinder, Hühner und Ziegen frei herumlaufen.
Die grosse Moschee von Djenné ist das älteste Lehmbauwerk der Welt und wunderschön, aber leider ist der Zutritt für Nicht-Muslime untersagt. Die Innenstadt von Djenné ist auf jeden Fall beeindruckend und sehr, sehr sehenswert.
Obwohl unser Trip nur kurz war, hab ich mich gefreut etwas mehr vom Land zu sehen. Mali besitzt keine Strände, keine blühende Natur und wenig Grosswild (bisher hab ich nur von einem Elefantenreservat gehört), also nichts von den Dingen wegen denen man meistens nach Afrika reist. Aber die unglaublichen Weiten des Buschlandes, die Lehmbauten und die traditionellen Dörfer, in denen die malische Kultur noch lebendig ist und nicht nur ein Touristenspektakel, das alles ist sehr beeindruckend und auf seine eigene Art wunderschön.
Dazu kommt eine Bevölkerung, die für ihre Gastfreundlichkeit berühmt ist und sehr offen und tolerant gegenüber Ausländern ist... man muss sich in dieses Land einfach ein bisschen verlieben :-)

Anne
 

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