Der Jahresbericht der Fondation Follereau 2016

Der aktuelle Jahresbericht der Fondation Follereau liegt nun vor und ermöglicht einen Gesamtüberblick über die Aktivitäten in 9 Ländern in West- und Zentralafrika sowie Madagaskar und auch hier in Luxemburg.
Seit nunmehr 50 Jahren steht die Arbeit der Fondation Follereau im Zeichen des Kampfes gegen die Ausgrenzung. Aus der ursprünglichen Mission, den Leprakranken dieser Welt zur Seite zu stehen, sind während eines halben Jahrhunderts vielfältige Projekte entstanden, die sich mittlerweile in 2 Schwerpunkte aufteilen: „Health is wealth“ und „Let kids be kids“.

©Clémentine Gloire_FFL„Health is wealth“ stellt den Zugang zu einer grundlegenden medizinischen Versorgung in den Mittelpunkt. Gerade benachteiligten Bevölkerungsgruppen, die auf Grund ihrer isolierten Wohnlage und begrenzten finanziellen Mittel oft vom Gesundheitssystem ausgeschlossen sind, soll ein Zugang zu medizinischen Dienstleistungen ermöglicht werden.

2016 konnte die Stiftung mit dem Bau von 6 neuen Gesundheitszentren in entlegenen Gebieten ihr Angebot für die Bevölkerung vor Ort vergrößern. Besonders schwangeren Frauen und ihren Kindern wird dabei eine umfassende medizinische Unterstützung geboten. Der Kampf gegen Lepra wird weiterhin fortgesetzt, was mittlerweile auch den Kampf gegen andere vernachlässigte tropische Krankheiten, wie zum Beispiel Buruli Ulkus, einschließt (u.a. in Benin, Madagaskar und der Zentralafrikanische Republik). Die Aufklärung und Behandlung der oftmals schwerwiegenden Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung sind ebenfalls ein Anliegen der Stiftung (Mali und Burkina Faso). Insgesamt kommen 82% des Budgets dem Schwerpunkt „Health is wealth“ zugute.

©Clémentine Gloire_FFL„Let kids be kids“, der 2. Aktionsschwerpunkt, widmet sich der Unterstützung und Versorgung von Kindern und Jugendlichen: Straßenkinder finden in Aufnahmezentren eine Unterkunft und Betreuung (Elfenbeinküste, Mali). Den Opfern von Kinderhandel im Norden von Benin wird dabei geholfen, wieder zu ihren Familien zurückzufinden. In den Projekten von „Let kids be kids“ werden Kinder und Jugendliche ermutigt und unterstützt, die Schule abzuschließen und eine Ausbildung zu beginnen (u.a. Burkina Faso, Benin). In Benin gibt es des Weiteren ein Zentrum, das sich der Therapie von Kindern annimmt, die an Buruli Ulkus leiden. „Let kids be kids“ wird mit 18% des Budgets finanziert.

Nach wie vor ist die Fondation Follereau in 9 afrikanischen Ländern aktiv (Burkina Faso, Mali, Benin, Togo, Zentralafrikanische Republik, Madagaskar, Demokratische Republik Kongo, Guinea und die Elfenbeinküste) und unterstützt 36 Projekte in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen, um eine nachhaltige Versorgung sicherzustellen, die auch den Bedürfnissen der Bevölkerung vor Ort entspricht. 2016 konnten so mehr als 323.000 Menschen von der Arbeit der Stiftung profitieren.

Die Fondation Follereau engagiert sich auch für die Bildungsarbeit für Nachhaltige Entwicklung in Luxemburg. Das Programm „One World Citizens“ basiert auf den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Es werden zahlreiche Workshops und Aktionstage für Schulen, Maison Relais und die breite Öffentlichkeit angeboten, um auch die Menschen im globalen Norden über entwicklungspolitische Themen zu informieren. Dabei werden Denkanstöße vermittelt und aufgezeigt, dass jeder Mensch aktiv seinen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten kann.

2016 konnten die Arbeit und die Projekte der Fondation Follereau einer breiten luxemburger Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zum Beispiel während der Foto- und Kunstausstellung „Portraits de femmes“ und bei dem Konzert „Expression against Excision“, für den Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung.

Den Jahresbericht 2016 finden Sie hier als Onlineversion. Sie können ihn aber auch telefonisch unter 44 66 06 – 1 oder über info@ffl.lu bestellen.

2017 setzt sich die Fondation Follereau auch weiterhin gemäß dem Anliegen ihres Gründers und Namensgebers Raoul Follereau gegen Ausgrenzung ein und für einen Zugang zu einer grundlegenden medizinischen Versorgung und Bildung.